Reise über Gardasee, Genua nach Sardinien
(April / Mai 2002)


Es geht los

Conny und die vollbepackte FJR

Am Samstag den 27.04.02 war es endlich so weit. Unsere Tour in den vermeindlich sonnigen Süden konnte beginnen.
Genau eine Woche vorher hatten wir unsere neue FJR1300 beim Händler abgeholt und die 1000´er Inspektion wurde
Freitags, einen Tag vor Reiseantritt, auch noch eben gemacht. Bepackt mit einem ca. 30 Liter Tankrucksack, einer 65 Liter Gepäckrolle,
den 2 Koffern und einem Rucksack den meine Frau trug, ging es gegen 9:00 Uhr morgens auf die Reise. Unsere Ausrüstung
bestand aus unserem Igluzelt, 2 Matrazen, 2 Schlafsäcken und sogar 2 kleinen Klappstühlen. Luxus pur !
Gebucht hatten wir gar nichts. Wir fuhren einfach los und verließen uns auf unser Glück, immer einen freien
Platz auf einem Campingplatz, in einem Hotel und auf der Fähre zu bekommen.
Die ersten 150 km blieb es sogar trocken, aber wir hatten unsere Regenkombis schon vor der Abfahrt angezogen, da der
Himmel nicht sehr vielversprechend aussah. Und es regnete auch hin und wieder mal, was uns aber nicht sonderlich störte.
Mit der FJR flogen die Kilometer nur so dahin. Wenn wir uns auf der Diversion bei einer Reisegeschwindigkeit von
ca. 130 - 150 km/h einpendelten, ging der Tacho mit der neuen Maschine immer weiter Richtung 180 - 200 km/h.
Und man merkte es bei der Kiste kaum. Die hochgefahrene Scheibe ließ uns auch bei 200 km/h noch ganz ruhig sitzen,
und sogar jenseits der 200´er Marke konnten wir uns mit unserer Baehr - Anlage noch ganz gut unterhalten. Ein tolles
Reisemotorrad ! Sehr schnell kamen wir in München an und uns schmerzte der Hintern nicht im geringsten. Also weiter bis in die
Nähe von Rosenheim in ein von der Zeitschrift "Tourenfahrer" empfohlenes Bikerhotel bei Törwang / Samerberg.
Der Gasthof "Hotel zur Post" ist wirklich zu empfehlen. Das Motorrad steht kostenlos in einer Garage und der Wirt gibt
einem Tipps zur weiteren Fahrt.

Hier verbrachten Bikerhotel am Samerberg bei Rosenheim wir nach einem phantastischen Essen und einigen Glas Bier die erste Nacht.
Frühmorgens nach einem reichhaltigen Frühstück ging es dann weiter Richtung Gardasee, unserem zweiten Etappenziel. Wir entschieden
uns die Autobahnen zu meiden und über die alte Brennerstraße zu fahren. Man kann die schöne Landschaft viel besser geniessen
und wir hatten ja genügend Zeit da wir, wie gesagt, nichts gebucht hatten.

Conny und die FJR bei einem Tankstopp . . Kurz vor Rosenheim.

Die Fahrt durch Österreich und den Brenner hinauf war schon ein Erlebnis. Das Panorama mit den schneebedeckten Bergen im
Hintergrund ist toll. Und für uns überraschend, war der Sprit in Österreich um einiges billiger als in Deutschland und Italien. Ein
Tankwart erklärte uns dann, daß es an der "noch" fehlenden Ökosteuer liegt. Mann, wären diese Preise in Deutschland schön !
!!!

Der erste Tankstop
Aber Gott sei Dank,
kam unsere Yamaha im Schnitt mit 6,5 Liter pro 100 km aus und mit unserem 25 Liter fassenden Tank blieben uns allzu
häufige Tankstopps erspart. Gegen Mittag kamen wir dann in Italien an und gönnten uns unseren ersten und zweiten Cappucino.

Die italienische Grenze ist erreicht . . . . . Mein erster Cappucino

Um die Autobahngebühren zu sparen ging es neben der Bahn her Richtung Gardasee.

noch 30 Kilometer bis Riva del Garda

Am späten Nachmittag kamen wir dann
dort an und schlugen unser Zelt, auf einem vom ADAC empfohlenen Campingplatz mit Blick auf den See, auf. Es wurde eine
kühle, aber trockene Nacht. Den deutschen Regen hatten wir scheinbar hinter uns gelassen.

Eine Nacht am Gardasee



Vom Gardasee bis Genua und mit der Fähre nach Porto Tórres

am nächsten Morgen ging es dann auf die italienische Autobahn denn wir wollten so schnell wie möglich in Genua
ankommen. Die Mautgebühren nahmen wir dafür in Kauf. Kurz vor Genua erwischte uns dann wieder der Regen und im
Hafen von Genua angekommen, war das Chaos perfekt. Die Beschilderung dort lässt wirklich arg zu wünschen übrig.
Nach längerer Suche fanden wir aber dann doch eine Möglichkeit die Fährverbindung nach Sardinien zu buchen. Um ein
wenig zu sparen nahmen wir nur die Überfahrt im Liegesessel. Eine Fehlentscheidung wie sich hinterher herausstellte.
An Schlaf war in diesen unbequemen Sesseln leider nicht zu denken. Also, lieber ein paar Euro mehr ausgeben und eine
Kabine buchen !

Conny hat endlich die Fährtickets Wir warten mit anderen Bikern auf Einlaß in die Fähre

Da um diese Jahreszeit nicht alle Gesellschaften nach Sardinien fahren, war die Auswahl sehr gering. Wir buchten
bei der Firma Grimaldi Lines. Die Fähre "Superba" war ein nagelneues Schiff und erst einige Wochen im Fährverkehr
unterwegs. Wirklich schönes Ding. Aber erst einmal hiess es, genau wie bei unserer Schottland - Tour, warten auf Einlaß.
Wie üblich waren wir Motorradfahrer, es standen ungefähr weitere 10 Bikes mit uns dort, fast die letzten die an Bord durften.
Aber endlich ging es dann los. Das Personal verzurrte die Moped´s und wir machten uns auf die Suche nach dem
Raum mit den Liegesesseln und danach zu einer Theke. Ein paar Bierchen würden sicherlich helfen die Nacht zu überstehen.
Es wurde eine kurze Nacht. Sehr früh wachte ich auf und ging an Deck um den Sonnenaufgang zu fotografieren. Wirklich
ein schöner Anblick.

Die Sonne geht auf . . Sonnenaufgang

Nach einem guten Frühstück erreichten wir kurz darauf den Hafen von Porto Tórres.

Eine etwas übernächtigte Conny auf der Fähre

Die Sonne lachte vom Himmel und die Müdigkeit war schnell verflogen. So schnell wie möglich verließen wir
die Fähre und fuhren erst einmal einen Kiosk an um uns eine Karte von Sardinien zu kaufen. Endlich konnte der
richtige Urlaub beginnen. Die ersten Kilometer an der Küste entlang Richtung Castelsardo waren toll. Immer das Meer im
Blick und die Straßen waren in einem hervorragenden Zustand und immer ein herrlicher Ausblick.

Der erste Blick auf´s Meer

Unser Ziel war der Campingplatz "Baia Blu La Tortuga" in Vignola Mare, ca. 20 km vor Santa Teresa.
Diesen 4 Sterne Platz hatten wir uns vor Reisebeginn im Internet ausgesucht und er erwies sich als wahrer Glücksgriff.
Es war der schönste und einer der günstigsten Campingplätze den wir auf Sardinien gefunden haben. Da wir den
nördlichen Teil der Insel in Ruhe erkunden wollten, mieteten wir uns auf diesem Platz für eine Woche einen
Wohnwagen mit großem Vorzelt und in diesem integrierter Küche für ca. 230 EUR.
Eine gute Entscheidung, wie sich nur zwei Tage später herrausstellte als der erste Regen kam...



Die erste Woche auf dem Campingplatz im Norden der Insel

der gemietete Wohnwagen war für 4 Personen ausgelegt und deshalb für uns geräumig genug. Das Vorzelt war sogar mit einer
Küche inkl. Kühlschrank und 4-flammigem Herd ausgestattet. Eine recht gemütliche und ganz gut ausgestattete Unterkunft .

Ausstattung im Vorzelt . . Vor unserem Wohnwagen


mit unserer Zeltplane abgedeckte FJR vor unserem Wohnwagen . . Conny in der Küche

Der Campingplatz liegt in einem Pinienwald und von unserem Wagen aus waren es nur rund 70 Meter zum Sandstrand und
herrlich grünblau schimmernden Meer. Da er um diese Jahreszeit noch nicht allzu voll war, hatte man wirklich seine Ruhe und
hörte nachts sogar das Meer rauschen. Die sanitären Anlagen waren in einem sehr guten Zustand und es gab ein Restaurant,
eine Bar und Einkaufsmöglichkeiten. Wenn man wollte konnte man sogar surfen und tauchen lernen, aber uns war das Wasser
noch entschieden zu kalt.

Das Meer, ca. 70 Meter von unserem Wohnwagen entfernt.


Wir erkunden den Norden Sardinien´s

Den ersten Tag verbrachten wir mit einkaufen und der Platzerkundung. Unsere Yamaha deckte ich mit der nicht
gebrauchten Zeltplane ab, da die Pinienbäume unheimlich staubten und innerhalb kürzester Zeit alles in strahlendem
Gelb leuchtete. Keine gute Idee, der Yamaha Lack scheint sehr weich zu sein. Am nächsten morgen sah ich dann
die von der Plane verursachten Kratzer im vorderen Schutzblech. Mist !!
Abend´s gingen wir unsere erste Pizza essen, tranken ein paar Bierchen und schliefen dann tief und fest bis zum nächsten Morgen.

Wir sattelten früh morgens unsere Yamaha und starteten die erste Tour an der Küste entlang Richtung Santa Teresa, dem nördlichsten
Punkt der Insel. Dann ging es weiter Richtung Palau und der Costa Smeralda. Was für eine Landschaft und was für tolle Strecken.
Hier machte das Motorradfahren tierisch Spaß. An manchen Stellen stand man wirklich nur ein paar Meter vom Wasser entfernt
und die besuchten Orte waren interessant und wirkten immer sehr sauber und ordentlich.

Mit der FJR am Strand

Im Hafen von Palau . . Conny am Strand von Santa Teresa

Abends, wieder am Platz, waren mit dem zweiten Tag auf der Insel sehr zufrieden. Die Strecke an der
Küste entlang war schon ein echtes Erlebnis. Wir gingen duschen, dann essen und feierten, bei einer guten Flasche Wein,
unseren ersten echten Urlaubstag auf Sardinien.

Am nächsten Morgen dann die Überraschung, es regnete und war total bewölkt.
So etwas hatten wir natürlich im Mai auf Sardinien nicht erwartet. Ich war als Bundeswehrsoldat
vor ca. 18 Jahren für 10 Tage in der Nähe von Cagliari stationiert, damals kam ich dunkelbraun gebrannt nach
Hause und das war Anfang März. Und nun regnete es auf der Insel im Mai...
Wir waren etwas enttäuscht. Naja, glücklicherweise hatte Conny sogar Regenjacken eingepackt und wir gingen erst
einmal am Strand spazieren und tranken in der Campingplatzbar ein paar Cappuccino´s.

mit Regenjacke auf Sardinien im Mai..... . . . Conny friert am Strand

Gegen Mittag hörten die Schauer dann auch auf und der Himmel wurde wieder etwas freundlicher. Also wagten wir unsere nächste Tour
ins Landesinnere. Sardinien ist durchzogen von Bergen, in die wunderschön kurvige Straßen führen. Wir fuhren Richtung Tempio am
Monte Limbara, ca. 1200 Meter hoch gelegen.



Die erste Woche im Norden Sardinien´s

der Ausflug ins Landesinnere führte uns über phantastische Serpentinen von einem Berg auf den anderen.
Was für Kurven, man kam sich manchmal vor wie eine Bergziege. Aber die Straßen waren in einem
tollen Zustand und es gab wenig Verkehr. Also war Kurven trainieren angesagt. Die FJR bewies auch hier
ihr Talent für alle Gelegenheiten. Mit etwas Übung kann man mit diesem Motorrad wirklich unheimlichen Spaß
haben. Auf der Autobahn Topspeed, auf Landstraßen gemütlich dahinzuckeln, in der Stadt relativ wendig und
jetzt hier in den Serpentinen um die Ecken wetzen. Das Ding kann einfach alles. Wirklich eine tolle Maschine !

Die Yamaha FJR 1300 auf Sardinien

Die Landschaft im Norden der Insel . . . Es wird mal wieder dunkel. Kommt der nächste Regen ???

Sardinien´s Landschaft erinnerte uns mal an Schottland, dann meinten wir in den Alpen zu sein und dann
wieder im schönen Sauerland. Wirklich abwechslungsreich. Und irgendwann kommt man wieder an das wunderbar
mehrfarbige Meer. Aber leider war das Wetter genauso abwechslungsreich. Die Sonne wechselte sich immer mal
wieder mit einem ergiebigen Regen ab. Im Schnitt hatten wir in unseren zwei Urlaubswochen auf der Insel
genauso viele Sonnen- wie Regentage. Schade...

Aber die erste Woche verging dennoch wie im Flug. Wir erkundeten die gesamte Umgebung. Und wenn wir
mal wieder einen Regen- oder Sturmtag hatten, machten wir es uns auf dem Campingplatz gemütlich, gingen
dort gut und reichlich essen und tranken uns abends entweder einen sehr leckeren einheimischen Wein oder eben
ein gutes deutsches Bier.

Postkartenmotive an jedem Punkt der Insel . . . Das Meer

Der Norden . . . . Das Meer schimmert in den tollsten Farben

Conny

Ab und zu konnten wir sogar am Strand liegen, aber zum schwimmen war es einfach noch viel zu kühl.
Doch unsere Touren führten uns an unheimlich viele schöne Orte der Insel. Vor allem die Costa Smeralda ist
ein herrliches Urlaubsziel. Das Meer leuchtet in den schönsten Farben und die Sandstrände sind passend
dazu schneeweiß. Sardinien ist eine Reise wert. Nur die Hafenstadt Olbia gefiel uns überhaupt nicht. Einfach zu
groß, zu laut und auch nicht so sauber und ordentlich wie die kleineren Orte die wir besuchten.

Conny am Strand

Und plötzlich war die erste Woche vorbei. Wir wollten weiter Richtung Cágliari in den Süden Sardiniens.
Einige Biker, die eine Nacht auf unserem Campingplatz verbrachten, erzählten uns, daß es im Süden
kaum geregnet hatte. Und so freuten wir uns auf die Weiterfahrt in diese Richtung.


Auf in den "sonnigen" Süden Sardinien´s

naja, entweder hatten die Mopedfahrer gelogen als sie uns vom sonnigen Süden der Insel erzählten, oder Conny
und ich hatten einfach nur Pech...
Die Tour Richtung Cágliari entwickelte sich zum Härtetest. Es regnete, es war stürmisch, es waren Streckenabschnitte
wegen eines Erdrutsches gesperrt (natürlich kam das Warnschild erst nach ca. 50 km sinnloser Fahrt),
es war nebelig in den Bergen (Sichtweite ca. 3 Meter), usw.

Es regnet und stürmt auf unserer Fahrt in den Süden Sardinien´s . . . das Meer tobt

Irgendwann reichte es uns dann. Die Fahrt war anstrengend und furchtbar naß. Wir quartierten uns in einem tollen
Hotel in Bari Sardo ein. Außer uns waren noch 2 mopedfahrende Pärchen und der Wirt da. Sonst niemand.
Nach einer ausgiebigen Duschorgie, die uns nach dieser Fahrt sehr gut tat, klingelte plötzlich das Telefon in unserem
Zimmer. Wer ruft uns denn jetzt an ??
Conny´s fragender und überraschter Blick war sehenswert. Es war der Wirt der uns daran erinnerte, dass das Essen fertig wäre...
Sehr geschäftstüchtig der Mann. Ich musste lauthals lachen. Aber nach diesem Tag war essen und trinken genau das,
was uns noch fehlte. Also runter in den Speisesaal. Und was uns der Wirt dann bei lauter, klassischer Musik auftischte,
war ein Genuß. Wir erlebten zum ersten Mal in unserem Leben ein 6-Gänge Menü. Lecker, einfach nur lecker !
Dazu noch ein guter Wein, den wir flaschenweise leerten. Jetzt ging es uns wieder besser. Leicht angetrunken und sehr satt
schliefen wir tief und fest bis zum späten Vormittag des nächsten Tages.
Die Rechnung, die uns nach dem guten Frühstück präsentiert wurde, war dann auch nicht von schlechten Eltern.
Wir hatten an einem Abend mehr Euros verfressen, als das Zimmer gekostet hatte...
Aber was soll es.


Die letzten Tage auf der Insel

Es schien wieder die Sonne. Endlich wieder Sonne. Nach dem letzten Tag genossen wir die wohltuende Wärme in vollen
Zügen. Also erst einmal einen Campingplatz suchen und dann ab an´s Meer.
In "Casa della Marina" wurden wir fündig. Wie sich später herausstellte waren wir die einzigen Gäste auf dem Platz
Wir hatten also unsere Ruhe. Leider war natürlich nichts, aber auch gar nichts auf dem Platz geöffnet. Am Pool wurde noch
gearbeitet und ein Restaurant gab es erst in ca. 3 km Entfernung. Aber egal, erst einmal ab zum Strand.

Dem Pool fehlt das nötige Wasser . . . Alleine auf einem großen Campingplatz

Am Strand . . . Am Strand von Casa della Marina

Da wir keine Lust mehr hatten auf´s Moped zu steigen, überzeugte Conny einen netten Sarden vom Zeltplatz nebenan davon
uns zu einer geöffneten Pizzeria zu bringen. Zurück mussten wir aber leider laufen. Trotzdem, eine sehr gastfreundliche Geste.
Man kann eigentlich sagen, daß die Menschen auf Sardinien sehr freundlich sind und immer bestrebt einem weiterzuhelfen.
Wie in Schottland, waren wir auch von der Gastfreundschaft auf Sardinien begeistert.
Am nächsten Tag war es immer noch trocken. Hatten die anderen Mopedfahrer etwa doch Recht ? War es im Süden Sardinien´s
trockener ? Wärmer war es auf jeden Fall. Weiter ging es ein paar Kilometer an der Küste entlang Richtung "Villasimius".
Hier schlugen wir wieder unser Zelt auf um in Cágliari nicht mit vollbepacktem Moped stehen zu müssen.

Überdachtes Zelt, als wenn wir es geahnt hätten...

Wir fanden einen Zeltplatz mit Überdachung für unsere Behausung. Vorahnung ??
Dann ging es weiter Richtung Hauptstadt der Insel. Die Strecke dorthin war toll. Immer mit Blick zum Wasser und klasse Kurven.
Aber Cágliari war dann auch eines der Städte bei denen man sich einen Besuch sparen kann. Ich halte eben nichts von zu großen Orten.
Wir suchten schnell das Weite und versuchten den Luftwaffenstützpunkt zu finden auf dem ich vor 18 Jahren stationiert war.
Meine Güte ist die Beschilderung in Italien beschi....
Nach Stunden fanden wir dann endlich "Decimommanu", aber leider flogen außer ein paar großen Transportmaschinen keine
anderen Flugzeuge. Ich hätte gerne ein paar Jet´s in der Luft gesehen.

Decimommanu Air Base

Die Fahrt zurück zum Campingplatz wurde heiß. Endlich lachte der Lorenz vom Himmel. Aber wenn, dann auch extrem.
Wir schwitzten zum ersten Mal in unseren Klamotten. Im Ort Villasimius angekommen, machten wir erst einmal eine ausgiebige
Pause bevor wir zum Campingplatz in der Nähe zurückfuhren. Der Ort ist sehr schön. Nette Gaststätten und Cafe´s direkt an der Straße.
Es waren sehr viele Touristen unterwegs und man hatte viel zu sehen. Spät Abends kamen wir deshalb an unserem Zelt an.

Die Nacht wurde kurz. Ein heftiges Gewitter zog über uns hinweg. Jetzt hatten wir die Nase aber voll. Noch in dieser Nacht
beschlossen wir Sardinien schnellstmöglich zu verlassen, den Regen konnten wir doch auch in Deutschland geniessen !
Am nächsten Morgen packten wir also, obwohl es wieder schön geworden war, zum letzten Mal unser Zelt zusammen

Wir packen, die Nacht war einfach zu heftig.

und fuhren Richtung Fährhafen Arbatax. Von Cágliari aus zu fahren war uns zu anstrengend. Der Hafen dort ist einfach zu
unübersichtlich, genau wie in Genua. Auf dem Weg nach Arbatax, zwischen Villaputzu und Bari Sardo gibt es eine Straße
die für Motorradfahrer gemacht ist. Sauber geschwungene Kurven die flüssig und übersichtlich ineinander übergehen. Schon auf
dem Weg nach Cágliari hatten wir unseren Spaß an dieser Strecke. Auf dem Rückweg gelang es uns dann auch zum ersten
Mal die Fußrasten der FJR auf den Boden zu bringen. Geiles Feeling !!

Der erste Fußrastenaufsetzer

Den weiteren Weg ließen wir es gemütlicher angehen. An der Costa Rei machten wir eine längere Pause in einem netten Cafe.

Pause an der Costa Rei . . . . Conny freut sich auf zu Hause

Und am späten Nachmittag kamen wir in Arbatax an.


Die Rückreise über Arbatax, Olbia, Genua

An diesem Tag fuhr leider keine Fähre mehr und so waren wir gezwungen uns für noch eine Nacht eine Bleibe zu suchen.
Wir fanden auch eine nette Pension und waren wieder einmal die einzigen Gäste. Und wieder verfraßen wir eine nette Summe,
aber es war ja auch der letzte Tag auf der "Regeninsel" und der wollte gefeiert werden. Unser Moped stand sicher auf dem
Hinterhof und so konnten wir ruhig schlafen.

Am nächsten Tag öffnete um 14:00 Uhr das Büro der Fährgesellschaft und wir bekamen unsere Tickets. Die Rückreise
ging zuerst in den Hafen von Olbia und dann erst nach Genua. Aber das war uns egal, diesmal hatten wir uns eine Kabine
gebucht und dieser Spaß war nur unwesentlich teurer als mit der neuen Fähre von Genua nach Porto Torres.
Nun hiess es warten, da die Fähre erst abends ankommen und uns abholen sollte.
Aber der Hafen von Arbatax bietet viele Sehenswürdigkeiten. Sogar eine alte Dampflok gab es zu bestaunen.

Dampflok im Hafen von Arbatax . . . . Das Ding qualmt zwar fürchterlich, aber fährt noch

Bahnhof in Arbatax

Wir saßen die meiste Zeit am Hafen und suchten den Horizont nach der Fähre ab.

Die Fähre erscheint am Horizont. . . Nun kann es ja bald losgehen

Conny hat die Fähre eingewiesen. . . . Ich bin startklar

Dann lag das Schiff vertäut im Hafen und wieder waren wir Motorradfahrer die letzten die an Bord durften. Nicht
schlimm, wenn es nicht wieder in Strömen geregnet hätte. So ein wechselhaftes Wetter hatten wir auf Sardinien im Mai
wirklich nicht erwartet...

Die Fähre öffnet ihr Tor

Nichts wie weg hier !

Die "Tirrenia" Fähre war von der Ausstattung her natürlich wesentlich einfacher, aber dafür waren die Preise an Bord
auch recht zivil. Wir gingen im Selbstbedienungsrestaurant essen und nahmen alles mit was uns evtl. schmecken würde...
Einen großen Tisch brauchten wir dann allerdings alleine für unsere "Beute". Die Leute an den anderen Tischen schauten ein
wenig dumm, aber wir hatten eben Hunger und Durst. Gleich nach dem Essen verschwanden wir in unserer Kabine.
In der Nacht wurden wir einmal wach weil die Belüftung nicht die beste war. Wir gingen an Deck eine Zigarette rauchen.
Ist schon interessant wie viele Leute um 02:00 Uhr Nachts noch wach sind. Es hatte aufgehört zu regnen, war aber sehr kühl
geworden, also wieder ab in die Koje.
Am nächsten Morgen wachten wir ziemlich spät auf und nach dem Frühstück war die Fähre schon kurz vor Genua.
Also, Kabine räumen und ab zum Moped. Hier standen schon alle Passagiere und warteten auf das öffnen der Heckklappe.
Aber nichts passierte. Das Bordpersonal rannte aufgeregt hin und her und wir verstanden, daß sich das große Tor nicht öffnen lies.
Also warten...
Dann endlich, nach ca. 20 Minuten, funktionierte es Gott sei Dank doch noch. Bloß raus aus diesem Kahn.
Die Rückreise konnte beginnen.


Genua - Gevelsberg in einem Rutsch

Endlich wieder festen Boden unter den Füßen ging es schnellstmöglich auf die Autobahn. Wir hatten uns vorgenommen
so lange zu fahren, bis das an diesem Wochenende stattfindene Formel 1 Rennen in Österreich begann und uns dann ein Lokal
zu suchen in dem wir essen und gleichzeitig das Rennen sehen konnten. Es lief auch wunderbar. Die italienischen Autobahnen
sind immer schön frei. Anscheinend wegen der Gebühren die nicht gerade günstig sind. Es war trocken und wir konnnten unsere
FJR laufen lassen ohne Rücksicht auf die Geschwindigkeitsbegrenzungen zu nehmen....
Zum Rennstart waren wir dann schon am Gardasee. In einer Pizzaria schauten wir uns den Start und die ersten 30 Minuten
des Rennen´s an. Da es noch früher Nachmittag war, entschlossen wir uns aber, uns nicht das ganze Rennen anzusehen, sondern
bis zur deutschen Grenze weiterzufahren. Also, erst einmal eine Tankstelle suchen. Da es Sonntag war, konnte man nur an die
Selbstbedienungstankstellen fahren, was aber Dank des Euros kein Problem war. Jetzt fing es auch "endlich" wieder an zu regnen.
Also Regenkombis an und weiter Richtung Brenner. Gegen 17 Uhr waren wir dann an der Grenze von Österreich angekommen.
Jetzt runter von der Bahn, da ich nicht die geringste Lust hatte eine Vignette zu kaufen. Etwas später waren wir in Insbruck
und tankten erst einmal wieder voll, da der Sprit doch um einiges günstiger war als in Deutschland. Es hatte aufgehört zu regnen und
wir zogen unsere Regenkombis wieder aus.

ich will nach Hause....

Tankstopp in Insbruck

Der nette Tankwart empfahl uns eine Strecke, die uns auf einem kürzeren Weg Richtung München führen sollte und
nicht wie auf dem Hinweg, über Rosenheim. Also ging es weiter. Kurze Zeit später erwischte uns dann der nächste Regen.
Womit hatten wir das verdient ? Also, wieder rein in die Regenkombis und schnellstmöglich weiter. Gegen Abend landeten
wir dann an der deutschen Grenze, ca. 120 Kilometer vor München.
Was nun ? Ein Zimmer suchen, oder weiterfahren ?
Wir waren jetzt seit 10 Uhr morgens unterwegs, aber eigentlich noch fit und munter. Dank der tollen Sitzbank der FJR
schmerzten unsere Hintern noch nicht genug um schon anzuhalten. Und dann kam Conny´s entscheidene Frage :

"Schaffen wir es wohl noch bis nach Hause ???"

Ich überlegte nicht lange, sondern startete die FJR und dachte nur noch an die nicht vorhandene Geschwindigkeitsbegrenzung
auf deutschen Autobahnen. Also Power und im Tiefflug nach München. Hier landeten wir gegen 21 Uhr. Weiter oder Zimmer suchen ?
Es war noch hell, also weiter. Hinter München fuhren wir an eine Autobahnraststätte und gingen etwas essen. Danach fühlten wir
uns wieder fit genug für die nächsten Kilometer. Da es auch nicht mehr regnete, konnten wir mit hoher Reisegeschwindigkeit
weiterfahren. Irgendwann wurde es dunkel und wir hatten noch ca. 450 Kilometer vor uns. Jetzt kam der schwierige Teil der Heimfahrt.
Obwohl ich bei der ersten Inspektion die zu hoch stehenden Scheinwerfer der FJR bemängelt hatte, war die Einstellung wohl
vergessen worden. Jedem LKW - Außenspiegel verschafften wir dadurch einen tollen Lichteffekt. Nur leider mochten die Fahrer
diese Lightshow nicht besonders und wir wurden im vorbeidonnern immer wieder mit deren Lichthupe angestrahlt. Aber was soll es.
Eine Leuchtweitenregulierung hat unsere Maschine eben nicht.
Wir fuhren von einer großen Autobahnraststätte zur nächsten, tranken immer wieder mal einen Kaffee und kamen so gegen 0:45 Uhr
auf die A45.

5564 Kilometer auf dem Tacho und 250 Kilometer vor Gevelsberg

Jetzt wurde es wegen des dichten Nebel´s heikel. Aber um 1 Uhr Nachts ein Zimmer suchen war natürlich Quatsch,
also im Schleichgang, wie ein U-Boot, weiter Richtung Heimat. So langsam taten uns auch die Knochen weh...
Die Raststättenstopps wurden deshalb auch immer länger.

Nachts an einer Autobahnraststätte

Schei... Nebel !!!
Die letzten Kilometer wurden zur Quälerei und so manches Mal verfluchte ich die Idee in einem Rutsch durchzufahren.
Mir schmerzte inzwischen mein rechter Arm, die Sichtweite war fast Null und die Scheinwerfer der FJR ärgerten die
LKW - Fahrer und diese dann wieder mich...
Aber jetzt mussten wir weiter, was blieb uns übrig ?
Dann endlich um 04:00 Uhr Nachts standen wir vor unserer Garage.
18 Stunden von Genua bis Gevelsberg....
Wir nahmen nur den Tankrucksack ab, schlichen in unsere Wohnung und fielen
todmüde in unsere Betten, aber hatten es geschafft !!!

Die zweite große Motorradreise nach der Schottlandtour war zu
Ende


Fazit unserer Sardinientour


Jetzt hatten wir einige Tage Ruhe, genossen die deutsche Sonne und bereiteten uns auf unser letztes Urlaubswochenende vor.

Es war das Pfingstwochenende und wir wollten mit einigen Kollegen in den
Spreewald nach Berlin.
Die nächsten 1200 Kilometer warteten also schon auf uns...

 


GOWEBCounter by INLINE Besucher meiner Sardinien - Seiten seit dem 16.05.2002


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