Am Rhein entlang zum Bodensee

(Juli 2001)


Nach unserer Schottlandtour im Mai waren Conny und ich so richtig auf den Geschmack gekommen.
Mopedreisen machen eben Spaß und sind immer ein wenig abenteuerlich. Leider stand uns im Juli nur
eine gemeinsame Urlaubswoche zur Verfügung und so fuhren wir einfach los, ohne eigentlich zu wissen wohin...
Zuerst ging es bei strahlendem Sonnenschein in die Eifel. Conny schaut zu gerne den verrückten Privatfahrern
auf der Nordschleife des alten Nürburgringes zu.

An der Nordschleife des Nürburgringes

Hier tummeln sich an Wochenenden tausende von PKW- und Motorradfahrern um ihre Fahrkünste zu testen.
Es macht schon Spaß zuzusehen wie sich einige Fahrer hoffnungslos überschätzen. Wer einmal in der Eifel ist,
sollte sich dieses Vergnügen nicht entgehen lassen. Einer der schönsten Punkte ist der Adenauer - Forst. Im Städtchen
Adenau Richtung Schule fahren und dann ca. 2 km zu Fuß einen steilen Berg hinauf. Anstrengend, aber es lohnt sich.

Vom Ring aus ging es dann an den Rhein bis nach Bingen.

Bingen am Rhein

Hier bauten wir für die erste Nacht unser "Eigenheim" auf.

Unser erstes kleines Zelt

Conny vor unserer "Luxusbehausung" . . . . . . Was ein Luxus !

Ich hatte, wegen des sehr geringen Packmaßes, daß kleinste "High - Peak" Zelt welches zu bekommen war, für unsere Tour gekauft.
Außerdem von der Firma "CampingGaz" eine Lampe (Lumostar C270) und einen kleinen Kocher (Twister 270). Beides wird
mit Gaskartuschen betrieben und macht einen recht soliden Eindruck. Weiterhin hatten wir uns von "Trekkers Dream" zwei Schlafsäcke,
die man miteinander verbinden kann, besorgt. Diese Dinger lassen sich in kleine Säcke verstauen und haben dann ein Packmaß von :
(Durchmesser 12cm, Länge 25 cm, Gewicht 600g) und reichen im Sommer bei Temperaturen von > 8 Grad völlig aus. Auf Luftmatratzen
verzichteten wir und legten uns einfach auf zwei einfache Schaumstoffunterlagen. Meine Frau war sichtlich begeistert über unsere "komfortable"
Ausstattung. Auch einige andere Camper schauten immer wieder belustigt zu uns herüber und wir wurden mit einigen dummen Sprüchen bedacht ...
Aber die erste Nacht überstanden wir, da es trocken und warm blieb, recht gut. Und früh am nächsten Morgen ging es dann am Rhein
entlang weiter bis nach Mannheim. Hier bogen wir am Neckar ab um nach Heidelberg zu kommen. Leider wurde es immer wärmer und
wärmer und so langsam fingen wir in unserer Kluft zu kochen an. Also ab ins nächste Freibad und auf eine Besichtigung der schönen Stadt
am Neckar wurde einfach verzichtet.

Freibad am Neckar

Die Abkühlung tat gut und frisch und munter
fuhren wir am späten Nachmittag weiter am Neckar entlang Richtung Schwäbische Alb und dann in den Schwarzwald. Hier schlugen wir
zum zweiten Mal unser Nachtlager auf. Und damit uns das Gespött der anderen Camper erspart blieb, etwas außerhalb der anderen Zelte.

Unser feuchtes Zelt . . . . Bewegung macht warm

Mein Gott wird es im Schwarzwald kühl ! Die Nacht wurde im viel zu kleinen Zelt recht ungemütlich und kurz. Da dem Gehäuse
ein Überzelt fehlt, hatten wir sehr schnell die reinste Tropfsteinhöhle. Ich kroch beim ersten Sonnenstrahl ins Freie und kochte uns
erst einmal einen Kaffee. Völlig durchgefroren und ziemlich geladen erwachte dann auch meine Conny in unserer Hundehütte.

Wuff, erschall es aus der Hundehütte !

Mein Schatz war bedient und wollte keine Nacht mehr in diesem Zelt verbringen.....


Als es dann endlich wieder wärmer wurde, packten wir unsere noch feuchten Sachen und es ging ab zum nächsten Cafe.
Hier wurde erst einmal ausgiebig gefrühstückt und die kalte und feuchte Nacht noch einmal in Ruhe besprochen.
Aber all meine Überzeugungskraft nutzte nichts. Meine liebe Conny hatte vom zelten die Nase voll
und bestand auf eine Übernachtung in einer Pension oder aber in einem Hotel.

Vor einem Cafe in Weiler . . . Conny besteht auf eine Luxusnacht....

So hatte ich mir unseren Camping- und Motorradurlaub natürlich nicht vorgestellt und ich überlegte die ganze weitere Fahrt
Richtung Bodensee wie ich das Mädchen noch einmal umstimmen könnte. In Lindau dann die Rettung am Straßenrand...
Hier verkaufte doch verdammt Jemand Zelte. Große geräumige Zelte. Bestimmt trocken und warm.
Und ein besonders schönes Exemplar der Firma "High Peak" war sogar auf dem Bürgersteig vor dem Laden aufgebaut.
Ich stieg also voll in die Eisen. Conny schaute zwar etwas dumm, ließ sich aber dann doch dazu überreden einfach
ein größeres Zelt zu kaufen anstatt in eine Pension zu gehen.
Und meiner Meinung nach hatten wir dabei sogar gespart. Denn das Geld für ein Hotel ist weg, aber von einem Zelt hat man
länger etwas. Der Einkauf wurde dann allerdings etwas teurer. Außer dem Zelt im Angebot für 159 DM (= 81 EUR), kaufte meine
Frau auch noch eine selbstaufblasende Matratze von "ThermaRest" für 130 DM. Ich verzichtete auf diesen "überflüssigen" Luxus
und schlief noch einige Tage auf meiner Schaumstoffunterlage bis ich dann auch die Nase voll und den Rücken krumm hatte und mir
ebenfalls eine Luftmatratze kaufte. So ausgerüstet und mit einem vollbepackten Moped hielten wir uns an den Rat des Zeltverkäufers
und fuhren ein wenig die Strecke zurück zu einem wirklich tollen Campingplatz kurz vor Lindau, dem

Link zur HomePage des Campingplatzes

Hier wurde unsere Neuerwerbung aufgebaut und Conny war dann Gott sei Dank auch zufrieden damit und das Beste,
die Bikerehre war gerettet !.

Unsere neue Hütte . . . Zufriedene Conny

Wir verbrachten auf diesem Zeltplatz zwei Tage und waren vom Luxus, der einem dort geboten wurde, begeistert. Noch nie
hatten wir einen Zeltplatz mit eigenem Schwimmbad, mehreren Gaststätten und so großen und sauberen sanitären Einrichtungen gesehen.
Hier konnte man es aushalten.
Von Campingplatz aus unternahmen wir nur eine sehr kurze Tour nach Lindau um uns die Stadt wenigstens einmal anzusehen.

Altes Rathaus in Lindau
Altes Rathaus in Lindau

Ansonsten lagen wir bei den in diesem Monat herschenden Temperaturen um die 30 Grad, lieber faul am Pool oder am Zelt herum.

Conny



So macht Motorradurlaub Spaß !


Nach zwei erholsamen Tagen am Bodensee ging es dann langsam wieder zurück Richtung Heimat. Es wurde eine durch
die Temperaturen bedingte Quälerei. So manches Mal wünschten wir uns in unserem BMW - Cabrio zu sitzen. Bei 30 Grad
in Motorradkluft fühlt man sich wie in einer Sauna. Aber ohne diese, der Sicherheit dienenden Ausrüstung, fühle ich mich
auf dem Moped einfach unwohl. Außerdem hatten wir für unsere Jacken ja auch keinerlei Stauraum mehr. Wir waren seit unserem
Zeltkauf in Lindau wohl die einzigen Mopedurlauber der Welt die mit zwei Zelten bepackt unterwegs waren....

Total bepacktes Moped . . . . . Mehr geht nicht drauf auf die Diversion

Die Rückreise unterbrachen wir wieder im Schwarzwald in der Nähe des Mummelsee´s. Eine Touristenattraktion vor allem
wohl für Amerikaner und Japaner die es dort zu Hauf gab. In einem der dortigen Souvenirshops dudelten sogar Weihnachtslieder.
Conny und ich machten uns fast naß vor lachen !
Dafür war die Fahrt durch den kühlen Wald, immer der Schwarzwaldroute entlang, eine Erholung. Und das abendliche Bierchen,

Ein Bierchen zur Erholung

bevor man ins Zelt kroch, ließ einen dann zufrieden einschlafen bevor es am nächsten Tag wieder bei sengender Hitze weiter
Richtung Pfälzer Wald ging. Hier gibt es eine besonders schöne, aber für Raser gefährliche Motorradstrecke und den Motorradtreff
"Johanniskreuz" den wir kurz besuchten. Immer wieder mußten wir uns an Flüßen und Bächen ein wenig abkühlen.
Es war einfach tierisch heiß.

Conny am Bach . . . . . . . . . . . . Abkühlung an einem Bach im Pfälzer Wald

Unsere letzte Nacht verbrachten wir dann in St. Goar am Rhein, unweit der Loreley.

Abendstimmung in St. Goar am Rhein . . . . . . Campingplatz in St. Goar unweit der Loreley

Und kurz vor unserem Heimatort Gevelsberg waren dann auch die ersten 20.000 km mit der Diversion geschafft.

Zwanzigtausend Kilometer in knapp einem Jahr und unsere zweite Tour ging dem Ende entgegen.

Mal schauen wohin es uns nächstes Jahr treibt. Vielleicht einmal zum Nordkap hoch, oder aber nach Sardinien rüber. Dort verbrachte
ich einmal einige Tage als Bundeswehrsoldat und mir gefiel die Insel sehr gut. Naja, schaun mer mal !


Sie sind der GOWEBCounter by INLINE Besucher seit dem 18.09.2001